“Ja, mach nur einen Plan …” – Warum Planungstools heute unverzichtbar sind

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“Ja, mach nur einen Plan …”, schlug bereits Bert Brecht in der Dreigroschenoper vor, um schließlich zu folgern: “…  gehen tun sie beide nicht.” Wir können also festhalten, dass das Leben voller UnwĂ€gbarkeiten ist. Doch gerade deswegen kann sich unternehmerischer Erfolg nur dann einstellen, wenn er gut geplant wird. Nur dann sind Firmenleitung und Mitarbeiter auch auf das Unvorhergesehene vorbereitet – weil sie das Planbare, die regelmĂ€ĂŸigen AblĂ€ufe und Routinen so organisiert haben, dass diese von selbst laufen. Und weil sie auf viele mögliche Szenarien bereits vorbereitet sind und nicht nur einen Plan B in der Tasche haben, sondern auch noch einen Plan C, D, E, F …

Doch welche Applikationen gibt es? WorĂŒber sollten Sie jetzt nachdenken? Und wo haben Sie vielleicht sogar dringenden Verbesserungsbedarf in Ihrem Unternehmen?

Block und Bleistift, oder …

Womöglich kam Brecht aber auch zu seiner Schlussfolgerung, weil ihm die Möglichkeiten moderner Planungstools nicht zur VerfĂŒgung standen …? ;) – Fakt ist aber: Sicher lĂ€sst sich jedes GeschĂ€ft auch mit Block und Bleistift, einigen persönlichen Treffen und GesprĂ€chen steuern. In vielen FĂ€llen ist dies auch immer noch fĂŒr einige Bereich der Fall. Allerdings hat in der heutigen Zeit und in grĂ¶ĂŸeren Unternehmen wohl niemand mehr Zweifel daran, dass Planungstools sinnvoll sind. In den meisten FĂ€llen sind diese sogar von existenzieller Notwendigkeit. Das liegt nicht zuletzt an der schnellen Folge von VerĂ€nderungen. Ohne sinnvolle Planung kann sich kein Unternehmen mehr in den weltumspannenden, globalen MĂ€rkten behaupten.

… moderne Planungslösungen

Welche Applikationen werden dieser Tage im Wesentlichen eingesetzt? Lassen Sie uns schnell einmal auf eine kurze Liste von derzeit am Markt etablierten Planungslösungen schauen. (Diese erhebt ĂŒbrigens keinen Anspruch auf VollstĂ€ndigkeit.)

Hersteller von Planungslösungen

  • SalesForce.com
  • SAP
  • JDA Software
  • Logility
  • SmartOps
  • SteelWedge
  • Microsoft Excel

Intention: vollstÀndige Abbildung und gute Verzahnung

In allen FĂ€llen handelt es sich bei den Lösungen der oben aufgefĂŒhrten Hersteller um hoch integrierte, Prozesse abdeckende Komplettlösungen – dieses gilt allerdings mit Ausnahme von Microsoft Excel. Die Intention der Hersteller ist es, einen oder mehrere Planungsprozesse ĂŒber alle bekannten Bereiche vollstĂ€ndig abzubilden. Hierbei werden Teilprozesse verzahnt und die entsprechenden Daten, wenn notwendig, transformiert und konvertiert.

WĂ€hrend sich einige Lösungsanbieter auf Teilbereiche – wie zum Beispiel die Lagerlogistik oder die Sammlung von Vertriebsinformationen – spezialisieren, decken andere das gesamte Spektrum ab.

Wie nutzen Sie das möglichst effizient?

Ganz gleich, welche davon Sie in Ihrem Unternehmen nutzen: In allen FÀllen hat es eine lange Zeit gebraucht und erhebliche Kosten verursacht, bis die entsprechende(n) Lösung(en) in Ihrer Organisation etabliert, kommuniziert und geschult und verstanden waren. Ein Grund mehr also, sich zu fragen, ob und wie Sie sie jetzt und in Zukunft möglichst effizient nutzen.

Microsoft Excel nimmt als Produkt und Lösung hier ĂŒbrigens eine Sonderstellung ein, weil es ĂŒber die Jahre nicht nur zu einem unabkömmlichen Arbeitsmittel geworden ist. Sondern in gewisser Weise hat es sich auch als BrĂŒckenlösung zwischen den oft vielen Teillösungen etabliert hat. Ich behaupte, in 99.5 Prozent aller Unternehmen spielt Excel fĂŒr die Planung eine Rolle. Nicht immer und in allen Bereichen ist es jedoch, so wie es genutzt wird, eine Idealbesetzung.

Nun, was aber macht so ein Planungssystem?

Typische Aufgaben eines Planungssystems

  • Es sorgt fĂŒr die Sammlung und Organisation all Ihrer unternehmensrelevanten Planungs- und Steuerungsdaten.
  • Es erlaubt die Nutzung dieser Daten im Rahmen von definierten GeschĂ€ftsprozessen
    (Beschaffung, Herstellung, Vertrieb …).
  • Es forciert die zeitnahe und valide Sammlung von Information.
  • Es skaliert Ihre bestehenden GeschĂ€ftsprozesse, in dem Echtweltprozesse in die virtuelle Welt verschoben (elektrifiziert) werden, um damit in nahezu Nullzeit ausfĂŒhrbar zu sein – ein Brief mit der Post 1 Tag, eine Mail 1 Sekunde. Unternehmenskritische Entscheidungen können in kĂŒrzester Zeit in den bestehenden Ablauf eingefĂŒgt werden.
  • Entscheider werden zeitnah mit aktionsfĂ€higer Information versorgt und sogar pro-aktiv informiert.
  • LeistungsfĂ€hige Simulationsmöglichkeiten erlauben die gezielte Planung der Zukunft.

Ihr Unternehmen darf nicht stehenbleiben!

Bei aller Schönheit und LeistungsfĂ€higkeit haben jedoch allen Lösungen auch ein paar  Nachteile. Wie zum Beispiel die Tatsache, dass jeder Prozess, der ĂŒber eine Software modelliert wird, in seinem kompletten Umfang bei der Erstellung der Lösung vorgedacht und beschrieben wurde. Das bedeutet: Die Umsetzung eines jeden Bereiches ist also nur so gut, wie die seinerzeit bestehende Vorstellung und Vision. Doch kann beispielsweise ein vor 4o Jahren etablierter Prozess noch ausreichend und richtig sein? Solche und andere Fragen mĂŒssen von Zeit zu Zeit gestellt werden, damit die Planung und damit das Unternehmen nicht stehenbleiben.

Je nachdem, wie viele Systeme etabliert sind, kommt es hÀufig zu Inkonsistenzen und Fehlern bei den Daten oder zu Timing-Problemen von abhÀngigen GeschÀftsbereichen. Beispiel: Die Planungsabteilung (Demand) plant auf Monatsbasis und hohem Aggregationsniveau. Die Herstellungseite (Supply) kalkuliert dagegen auf Wochenbasis und ggf. in Verpackungseinheiten.

Im Idealfall hilft hier Ihre Planungslösung, die verschiedenen AnsĂ€tze zusammenzubringen. HĂ€ufig genug jedoch ist zwar der gesamte Ablauf ĂŒber ein oder mehrere Systeme abgebildet, allerdings kommunizieren diese nicht optimal miteinander. Je höher der Grad und die QualitĂ€t der vorhandenen Integration, desto höher ist die resultierende Effizienz, Marge.

Der Dirigent kann nicht alle Instrumente spielen!

Nur wer virtuos auf den zur VerfĂŒgung stehenden Instrumenten spielt, kann sich realistisch mit dem dynamischen Geschehen des tĂ€glichen GeschĂ€ftes auseinandersetzen und dieses fĂŒr das Unternehmen zu steuern. Dazu gehört zwingend ein fundiertes VerstĂ€ndnis des “Wie” und des “Warum”. Hier wird der geschulte, das GeschĂ€ft verstehende Sachbearbeiter zum Dirigenten. Doch zugleich soll er auch noch das gesamte Orchester darstellen?

Wie viele Instrumente muss dieser Sachbearbeiter bei Ihnen im Unternehmen spielen? WĂŒrden Sie nicht zustimmen, dass weniger hier mehr ist, wenn damit alle Prozesse abgedeckt sind?

Fragen, die GeschÀftsleitung und Sachbearbeiter jetzt stellen sollten!

Um VerĂ€nderung, Straffung und Fokussierung zu erreichen, mĂŒssen Sie sich einige Fragen stellen. Die erste und wichtigste in puncto Planungstools lautet: Welche GeschĂ€ftsablĂ€ufe werden auf welche Weise und mit welchen Tools von wem in welcher Zeitspanne erledigt? Zugegeben, dies ist keine einfach zu beantwortende Fragestellung. Aber schon einige Stichprobenkontrollen können Ihnen wertvolle Informationen hinsichtlich notwendiger VerĂ€nderungen liefern. Der Gewinn ist zum einen verbesserte Planungseffizienz insgesamt. Zum anderen haben Sie einen weit weniger gestressten Mitarbeiter, der die nun gewonnene Zeit auf spezielle GeschĂ€ftsbereiche ausrichten kann.

Wenn Sie selbst der betreffende Mitarbeiter sind: Fragen Sie sich doch bitte einmal genau, welche Hilfsmittel Ihnen zur VerfĂŒgung gestellt werden. Wie und wofĂŒr setzen Sie diese ein? Und wo liegen aus Ihrer Sicht die Bereiche mit fehlender Abdeckung und Integration?

Nur wenn Sie die Dinge differenzierter betrachten und die notwendige Soll-Situation mit der Ist-Situation abgleichen, können Sie gezielte Verbesserungen vorschlagen und selbst einleiten.

Haben Sie dazu Fragen? Dann stellen Sie sie gerne in den Kommentaren unter diesem Beitrag!

Der Autor: Dirk Liebich ist Managing Director und GrĂŒnder von Digital Tempus. Digital Tempus betreut mit Standorten in den USA und in Europa weltweit agierende Unternehmen und Konzerne in der Vertriebs- und Operationsplanung.

Kontakt: magazin@digitaltempus.com, www.digitaltempus.de

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